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Eigentlich ….

Eigentlich wollte ich nur mein Buch zum Meditationsweg des Herzensgebetes von 1999 überarbeiten. Ich wurde mehrmals gefragt, ob ich es als Handbuch auf den neuesten Stand bringen könnte. Ich habe die ersten zehn Kapitel neu erarbeitet und hing dann fest. Ich kam nicht weiter. Alles klang gut und richtig, aber es stimmt etwas nicht. Mir fehlte auch das innere Feuer.

Parallel dazu war ich mit meinem eigenen Leben beschäftigt. In der Zeit der Pandemie wurde mir meine Endlichkeit noch deutlicher bewusst. Menschen, die ich liebte und schätzte, waren in den letzten Jahren gestorben. Zumeist plötzlich und manchmal irgendwie absehbar - aber nur dann, wenn ich zurück schaute. So habe ich auf mein Leben gesblickt ohne dass mir dies immer bewusst war.

Foto Martina Matthäi

Alles begann damit, dass ich mir eine Musikcassette aus meiner Gemeindearbeit mit dem Rock-Theater (um 1990) auf CD  remastern ließ. Anschließend habe ich 2020 meinen Kindern ein Fotobuch aus den Dias der ersten frühen Jahre zusammengestellt und ich habe eine noch ältere Musik-Aufnahme restaurieren lassen, die wenigstens noch einige der Songs enthielten, die ich im Oberstufenalter in unserer Band gespielt hatte. Mir gingen Bilder aus der Gemeindearbeit und aus meiner späteren Arbeitsstelle „Kirche mit Kindern“ durch Kopf und Herz. Erst hielt ich dies für Nostalgie im Älterwerden, dann spürte ich, dass es eine Auseinandersetzung mit meinem Leben war. Im gewissen Sinne war dies ein Schritt des Erntens. Es hatte sicherlich auch mit meinem eigenen Älterwerden zu tun, aber in einem Prozess der aktuellen Selbstwahrnehmung. Hinzu kommt, dass ich mit Gerda 2020 50 Jahre zusammen war und wir vieles gemeinsam entdeckt, entwickelt und gemacht haben.

Ich entdeckte, dass wir beide ein Leben lang einen kontemplativen Lebensstil gesucht und teilweise gefunden haben - mit vielem  Auf und Abs, die dazugehören, ob ich dies nun will oder nicht.

Und ich frage mich: Ist meine Kontemplation nicht einfach eine Konsequenz und Folgerung dieses Lebensstils? Und umgekehrt: Ist der Lebensstil nicht auch Folge der Kontemplation? Müsste es nicht viel  grundsätzlicher um einen kontemplativen Lebensstil gehen, der mich auf sehr unterschiedliche Art und Weise mein ganzes Leben lang begleitet?

Es wurde mir  klar, dass ich damit einen anderen Text schreiben würde und viele Themen in einem anderen Licht auszuführen wären. Und … ich wollte diesen Text Schritt für Schritt schreiben und entwickeln. Eine Internetseite mit immer neuen Texten und Ergänzungen schien mir angemessener, als ein Buch. Dann könnte ich auch auf Rückmeldungen reagieren. Es sollte aber kein Blog werden, dies beherrsche ich nicht. Aber ich möchte mit diesen Texten, die nach und nach erwachsen, meinen eigenen Lebensstil reflektieren und zu einem einfachen kontemplativen Lebensstil einladen. Dazu gehört auch, dass ich einige biografische Aspekte und Entwicklungen mit aufnehme. An manchen Stellen ist daraus eine spirituelle Biografie geworden.

In einem zweiten Teil - der deutlich kürzer ist - widme ich mich den Grundlagen der geistlichen Übung, besonders der Kontemplation und des Herzensgebetes, als eines guten und möglichen spirituellen Übungsweges.

Im dritten neuen Teil von Oktober 2023  sind von mir  gesprochene und aufgenomme Eutonieübungen zusammengefasst, die für den persönlichen Bedarf heruntergeladen werden können. Dort habe ich nun fast alle jemals aufgenommen Übungen eingestellt.

Rüdiger Maschwitz

Für Rückmeldungen: info@wege-der-stille.de

Diese Internetseite ist immer im Entstehen und sich entwickeln.